Content

1157: Gründung von Freiburg im Üchtland

Sceau de Berthold IV Siegel Bertholds IV. von Zähringen mit der Umschrift : «DUX ET RECTOR BURGUNDIE». [Schweizerisches Landesmuseum, Zürich].

Der Sohn Konrads, Berthold IV., erbte die Besitzungen seines Vaters sowie das Amt des Rektors von Burgund. Durch die Heirat Friedrich Barbarossas mit Beatrice von Burgund geriet er aber in eine heikle Lage: Er war nun gleichzeitig Vasall des Kaisers und Lehensherr der Kaiserin, was ihn dazu veranlasste, auf das transjuranische Burgund zu verzichten; dafür verlieh ihm Barbarossa die Regalien (Hoheitsrechte) über die Bistümer Sitten, Lausanne und Genf.
 
Als Berthold IV. eine Reise in die Gegend unternahm, um seine Besitzungen zu ordnen und seine Rechtsansprüche zu sichern, gründete er, geleitet von politischen, strategischen und wirtschaftlichen Überlegungen, auf einer die Saane überragenden Felsplatte eine neue, befestigte Stadt: Freiburg. Ihr Name leitet sich von «frei» und «Burg», d. h. befestigter Ort, ab. Der Name wie das Stadtrecht, das der Gründer Freiburg verlieh, verbinden die Stadt eng mit der Mutterstadt Freiburg im Breisgau. Seit den Forschungen von Pierre de Zurich steht 1157 als Gründungsjahr unseres Freiburg fest, das damit etwas älter ist als die 1191 gegründete Stadt Bern.
 
Die Bestimmung Freiburgs änderte sich nach dem Tod ihres Gründers (1186): Vom Stützpunkt innerhalb des zähringischen Machtgebietes wurde die Stadt nun zu dessen westlichem Vorposten an der Grenze zum Bischof von Lausanne und zu den Grafen von Savoyen.
Nach dem Tod des letzten Zähringers Berthold V., des Gründers von Bern (1191), kam die Stadt im Jahr 1218 in den Besitz seiner Schwester Anna, der Gemahlin Ulrichs von Kyburg.
 
Die Grafen von Kyburg bestätigten die alten Freiheiten der Zähringer und verliehen Freiburg eine Gemeindeverfassung, die Handfeste (Sommer 1249). Diese wichtige Urkunde regelte die institutionelle, rechtliche und wirtschaftliche Organisation der Stadt. Im Jahr 1277 verkauften die damals mit Schulden belasteten Kyburger Freiburg an die Söhne Rudolfs I. von Habsburg, der vier Jahre zuvor zum deutschen König gewählt worden war.