Bildungslandschaft im Schönberg

Einen vernünftigen Umgang mit dem Bildschirm lernen!

In unserer Gesellschaft ist die Technologie allgegenwärtig. Da ist es nicht leicht, eine gesunde Beziehung zu iPads, Handys und anderen lichtstarken Gegenständen zu haben. Das macht es umso schwieriger, Kindern dabei zu unterstützen, einen vernünftigen Umgang mit dem Bildschirm zu lernen.

Die Fachpersonen des Netzwerkes Bildungslandschaft haben die Thematik am Forum 2018 besprochen. Verschiedene Vorschläge haben sich dabei herauskristallisiert, mit dem Ziel, einen Beitrag zur Prävention einer exzessiven Nutzung zu leisten. Nachfolgend die Projekte, auf die man sich geeinigt hat:

  • Der Flyer 3-6-9-12 von Serge Tisseron gibt Ratschläge für eine gesunde und verantwortliche Nutzung der Bildschirme der 0- bis 12-Jährigen und Älteren. Er wurde in Bildersprache angepasst, um allen zugänglich zu sein. Sie können die Originalfassung (als Text) auf der folgenden Seite unten nachlesen.
  • Der Verein NOETIC bietet im Herbst 2019 an einigen Samstagen im Zentrum für soziokulturelle Animation im Schönberg ein Turnier mit Videospielen an. Dieser spielerische Anlass wird es ermöglichen, 10- bis 16-jährige Jugendliche bei ihrem Zeitvertreib zu begleiten. Fachleute werden dabei auf Aspekte der Prävention eingehen. Klicken Sie für weitere Infos und Daten auf den Flyer.
  • Die Paar- und Familienberatung Freiburg führt in Zusammenarbeit mit REPER (Gesundheitsförderung und Prävention) Entdeckungsworkshops zum Thema "Mein Kind und die Bildschirme" durch. Die Workshops sind speziell für Eltern mit Kindern von 0 bis 6 Jahren gestaltet. Sie finden zur selben Zeit wie die Väter- und Mütterberatungen statt. Klicken Sie auf den flyer mit den Daten und den Einzelheiten zu den Workshops.

  • Der Verein Familienbegleitung wird auf dem Spielplatz "Park des Fuchses", der sich neben dem Gemeinschaftsgarten Pré-fleuri befindet, einen Beratungsdienst anbieten. Dabei wird mit den Eltern und Kindern die Thematik rund um die Nutzung von Bildschirmen behandelt (Frühling 2020).

  • Der Verein der Maxi Beaux-Arts wird uns anlässlich einer Veranstaltung/Vortrag über die Geschichte, die Soziologie und die Philosophie des Bildschirms dazu anregen, "unsere Beziehung zu den Bildschirmen zu überdenken". Dieser Anlass wird im Zentrum für soziokulturelle Animation im Schönberg und im Jura stattfinden (Frühling 2020).
  • Im Juni 2020 behandelt ein von Schülerinnen und Schülern der OS Bollwerk interpretiertes Theaterstück die übermässige Nutzung von Bildschirmen während der Jugendzeit. Zwei Abendvorstellungen sind öffentlich.
  • LivrEchange führt das Projekt "Encore! des Histoires !" (unsere Strassenbibliothek) im Quartier weiter. Dieses will das Lesen in der Muttersprache fördern. Die Aktivität bietet die Gelegenheit zum Austausch und ist eine tolle Alternative zu iPads, Handys und Videospielen.

Wir stehen Ihnen gerne zu Verfügung, wenn auch Sie ein Projekt zu dieser Thematik umsetzen möchten.

Liza Pasquier
Koordinatorin Bildungslandschaft
026 351 71 08
liza [.] pasquier [at] ville-fr [.] ch ()

Laufende Projekte: partizipative Graffiti

Unterführung

Seit Beginn des Programms Bildungslandschaften haben die Akteure des Schönbergquartiers immer wieder den Wunsch zum Ausdruck gebracht, die Mauern der St. Bartholomäus-Unterführung mitten im Quartier zu verschönern. Die düstere und mit wilden Graffitis verschmierte Unterführung war nicht gerade einladend.

Bildungslandschaft hat zusammen mit dem Kulturamt der Stadt Freiburg und mit Unterstützung der Direktion für Gesundheit und Soziales des Kantons Freiburg am 28. und 29. September eine partizipative Jam-Session organisiert. Über 15 Streetart-Künstlerinnen und -Künstler haben ein Wochenende lang Besitz von der St. Bartholomäus-Unterführung ergriffen.

Das Ziel? Diesen Ort zusammen mit den Kindern, den Jugendlichen und den Familien verschönern.

Rund um das Fussballfeld

Mitten im Schönberg-Quartier wird neben dem Fussballfeld eine Street Workout-Anlage gebaut, wo künftig Krafttrainingsübungen im Freien durchgeführt werden können. Anfang 2020 wird Robin Braendli, ein Graffiti-Künstler und Illustrator, den Platz mit skurrilen Charakteren illustrieren, um die Multikulturalität und das Zusammenleben im Quartier darzustellen.

Kinder und Jugendliche aus dem Quartier können an diesem Projekt mitwirken. Es werden mehrere Workshops unter der Leitung von David Brülhart (OS Belluard) und Robin Braendli zum Thema "Utopische Architektur" stattfinden. Die Kinder und Jugendlichen sollen Zeichnungen ihrer idealen Stadt oder ihres idealen Quartiers anfertigen. Diese werden anschliessend auf die Wand projiziert und vom Künstler wiedergegeben.

Dieses Projekt findet im Rahmen von Freiraum Freiburg.

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Unterführung - copyright Ghislaine Heger

Heitera

Im Frühjahr 2019 hat der Street Art-Künstler Medya Colorz an der Primarschule Heitera zusammen mit Schülerinnen und Schülern der OS Belluard und der Klasse 8H der Heitera eine wunderbare Freske geschaffen. Die Schülerinnen und Schüler nahmen zuvor mit David Brülhart, Lehrer an der OS Belluard, an vorbereitenden Workshops teil. Dieser begleitete die Jugendlichen anschliessend auch bei der Realisierung des Projektes.

Konzipiert wurde dieses partizipative Graffito nach dem Bau des Skate-Parks auf dem Schulgelände. Dieses neue Spielfeld befindet sich unmittelbar neben einem Schulhof, dessen Mauern von wilden Graffiti überzogen waren. Die Fläche ist nun mit schönen Farben, mit dem Namen der Schule und mit getaggten Umrissen der beteiligten Schülerinnen und Schülern bedeckt.

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Graffiti Heitera - copyright Ghislaine Heger

Von 2014 bis 2017 unterstützte Projekte

Nachstehend ein Verzeichnis der konkreten Projekte, die im Rahmen des Programms "Bildungslandschaft im Schönberg" unterstützt worden sind:

  • Die Eltern-Kinder-Cafés des Vereins Familienbegleitung an der Heitera-Schule wurden ausgeweitet. Es wurde eine Anpassung des Projektes "Schulstart+" vorgeschlagen, bei dem das Hilfswerk Caritas mitarbeitet. "Schulstart+" ist ein Frühförderungsprogramm zur Vorbereitung von Familien mit Migrationshintergrund auf die Einschulung ihrer Kinder.
  • Die Spielgruppe "Les P’tits Amis" an der Schiffenenstrasse, die fremdsprachigen Kindern den Erwerb der beiden Ortssprachen ermöglicht, bietet Kindern zwischen zwei und vier Jahren ein zweisprachiges Umfeld an (Französisch-Deutsch).
  • "Wir haben ein Projekt" des Zentrums für soziokulturelle Animationen erlaubt es 11- bis 14-Jährigen, Ideen mit dem Ziel vorzubringen, gemeinsame Tätigkeiten durchzuführen.
  • "Encore! Des histoires!" (Noch mehr Geschichten) von LivrEchange will die sprachliche und kulturelle Vielfalt fördern, indem sie Lesezeiten in den Originalsprachen anbietet.
  • Beim Projekt DESTA arbeitet der Verein Hiwot mit dem Freiburgischen Roten Kreuz zusammen. Dabei kümmern sich ehrenamtliche Mitarbeitende um eritreische Familien, um ihnen den Zugang zur Kultur der Schweiz zu erleichtern sowie den Kindern und Jugendlichen Chancengleichheit zu bieten.
  • Das Projekt BergSHOW, angeregt von der Ortspolizei in Zusammenarbeit mit einem öffentlichen Lokal, stellt 12- bis 15-Jährigen jeden ersten Sonntag des Monats einen Raum zur Verfügung, den sie selbständig nutzen können. Dabei werden sie von Erwachsenen betreut. Die angebotenen Tätigkeiten richten sich nach den Interessen der Jugendlichen: Tanz, DJ-Kurs, Dart-Turnier usw.
  • Das Projekt Schulische Unterstützung hat der Quartierverein "Leben im Schönberg" in Zusammenarbeit mit den Schulleitern initiiert. Es unterstützt die Lehrpersonen dabei, Schülerinnen und Schüler mit schulischen Schwierigkeiten zu identifizieren, die nicht auf die Hilfe ihrer Eltern zählen können. Das Projekt ermöglicht individuellen Stützunterricht. Dieses Projekt wurde 2018 vom Schulamt der Stadt Freiburg übernommen. Es wird in den Betrieb der Schulen integriert und von letzteren koordiniert. Für jegliche Auskunft schreiben Sie an soutien [.] scolaire [at] ville-fr [.] ch ()
  • Im Rahmen des Projektes Freiraum Freiburg arbeitet "Bildungslandschaft im Schönberg" mit dem Amt für Stadtplanung und Architektur zusammen. Dabei werden die Kinder des Schönberg-Quartiers in ein Vorgehen einbezogen, das in den – ebenfalls partizipativen – Bau eines Spielplatzes münden wird. 2019 ist ebenfalls ein Gemeinschaftsgarten entstanden.

 

Organisation

Die Projektkoordination wird von der Fachstelle für gesellschaftlichen Zusammenhalt sichergestellt. Eine Begleitgruppe leistet Unterstützung. Die Gruppe setzt sich aus folgenden Personen und Institutionen zusammen: Familienbegleitung, Zentrum für soziokulturelle Animation, Paar- und Familienberatung, Kontaktstelle Schule-Migrantenfamilien, Quartierverein "Leben im Schönberg", Schulsozialarbeiter, LivrEchange, Verein Hiwot, Spielgruppe "Les P’tits Amis", Ortspolizei sowie Leiter der Quartier-Primarschulen.

Jedes Jahr findet eine Zusammenkunft der Fachpersonen statt, um das geschaffene Netzwerk zu verstärken.

Kartografie herunterladen: Für die Bewohner des Schönbergs wurde von Frau Sylvie Nussbaumer von SMARTcreations ein Quartierplan entworfen, auf dem die vielen Aktivitäten für Kinder, Jugendliche und Familien dargestellt werden.

 

Überblick und Pilotprojekt

Das von 2014 bis 2017 im Schönberg-Quartier entwickelte Programm soll Massnahmen unterstützen, die Folgendes erleichtern:

  • den Eintritt der Kinder in die obligatorische Schule (Übergang 1);
  • den Übertritt der Jugendlichen in die Orientierungsstufe (Übergang 2).

Diese beiden Schlüsselmomente waren bei der Analyse der Situation in diesem multikulturellen Quartier als schwierige Übergänge identifiziert worden.

Nebst einer jährlichen Netzwerk-Begegnung, die dazu dient, Synergien zu nutzen und die Bedürfnisse vor Ort abzuklären, begleitet und unterstützt die Anlaufstelle für gesellschaftlichen Zusammenhalt verschiedene Projekte, welche die Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche unter Einbezug ihrer Familien fördern.

Angesichts des Erfolgs von "Bildungslandschaft im Schönberg" wurde beschlossen, unsere Bemühungen weiterzuführen und sie gleichzeitig auszuweiten:

  • Es sollen gezielt Kinder und Jugendliche von 0 bis 16 Jahren angesprochen werden und nicht bloss jene, die von den oben erwähnten Übergängen betroffen sind.
  • Es werden andere Quartiere einbezogen, als erstes das Jura-Quartier (weitere Quartiere werden folgen).