Die Sammlung von Künstlertafeln ist ein Projekt, das die Stadt Freiburg 2015 initiiert hat. Indem sie der Bevölkerung Stadtmobiliar zur Verfügung stellt, verfolgt die Stadt drei Hauptziele:
in Zusammenarbeit mit lokalen Kunstschaffenden werden neue Begegnungsorte im öffentlichen Raum geschaffen;
Kunst rückt ins Zentrum des öffentlichen Raums:
anhand einer Projektausschreibung wird der Tisch als Stadtmobiliar künstlerisch gestaltet und der Begriff des "Zusammenlebens" hinterfragt.
Das Konzept der Künstlertafeln ist Teil der regionalen Kulturpolitik CULTURE2030/KULTUR2030. Zusätzlich zu den vier bereits existierenden Tafeln (siehe weiter unten) wird für 2025 ein neues Projekt erwartet.
Der "Tablançoire"
Anmerkungen der Designer - La Ressourcerie : Dario Python, Agnes Collaud et Valerio Sartori
In der Ferne hört man das Lachen von Kindern und Eltern, die sich um ein blaues, achteckiges Gebilde scharen, das Neugierige und Neugierige dazu einlädt, näher zu kommen. Wenn man sich nähert, entdeckt man, dass es sich nicht um ein Spielgerät handelt, wie die anderen Elemente im Park, sondern um einen Tisch. Der Tisch lädt das Publikum ein, sich zu bücken und unter ihm hindurchzugehen, um sich in der Mitte niederzulassen. Schaukeln, die an einer Metallstruktur aufgehängt sind, ermöglichen es, um den Tisch herum zu sitzen.
Der Tisch wurde aus den Elementen von Kinderspielgeräten hergestellt, die sich auf dem Gelände befinden. Diese werden im Rahmen der Neugestaltung des Domino Parks durch neue städtische Spielgeräte ersetzt. Anstatt diese vorhandenen Strukturen wegzuwerfen, schlägt La Ressourcerie vor, sie vor Ort wiederzuverwenden, d.h. ihnen ein zweites Leben zu geben, indem bestimmte Komponenten beibehalten werden, um den neuen Tisch und seine Sitzflächen zu schaffen. Durch ihre Wiederverwendung wird weniger Abfall erzeugt und sie werden bis zum Ende ihres physischen Potenzials genutzt. Die neue Konstruktion profitiert auch von Ressourcen, die direkt vor Ort verfügbar sind. Da einige Dinge besser erkennbar sind als andere, sind das Drehkreuz und die Schaukeln eindeutig identifizierbar. Auf diese Weise wird das Gedächtnis des Ortes bewahrt: eine Spur ihrer früheren Nutzung wird erhalten, während sie gleichzeitig einer neuen Nutzung zugeführt werden. Diese Elemente, die den Kindern seit den 1990er Jahren Freude bereiteten, werden nun als Tisch und Stühle dienen, an die sich die älteren Kinder, die jetzt 30 Jahre alt sind, erinnern werden.
Das Prinzip der Wiederverwendung gilt auch für die Tischplatte, die aus den Brettern des Zugangsdecks der aktuellen Rutsche hergestellt wurde. Dieser spielerische Tisch aus vertrauten Gegenständen, an dem man sich vergnügt und lacht, fördert die Animation und Geselligkeit im öffentlichen Raum. Die Schaukel wird nun nicht mehr individuell, sondern gemeinsam genutzt, um den Austausch und den sozialen Zusammenhalt zu fördern.
La Ressourcerie, eine Gruppe von Fachleuten aus verschiedenen Bereichen (Architektur, soziokulturelle Animation, Kunst, Holzbau), hat sich für eine nachhaltige Bürgerinitiative entschieden, indem sie ein Kompetenzzentrum für Wiederverwendung entwickelt. Mit Sitz in Freiburg bietet La Ressourcerie einen Raum für Kreativität und Begegnungen sowie eine Materialbibliothek, einen Sortierraum und einen gemeinschaftlichen Lagerraum.
Die Gestalter:innen Émilie Schmutz, Alexandre Gutierrez und Joaquim Barman:
«Die Idee des Projekts besteht darin, im Grashang des kleinen Hügels neben dem Georges-Python-Platz eine Reihe von Stühlen mit Schreibtischchen aufzustellen, um einen spielerischen Ort des Austausches zu schaffen, der einen Bezug zu den umliegenden Schulen und zur studentischen Tradition von Freiburg herstellt.
Die Anordnung sowie die Wahl der Art der Stühle bilden einen Kontrast mit der übrigen konventionelleren Gestaltung der Stadt.
Die Stühle sind unregelmässig angeordnet. Die Rückenlehnen und Sitzflächen sind aus Eternit und damit witterungsbeständig. Die Stühle sind mit einem Schreibtischchen ausgestattet, damit man darauf seine Mittagspause verbringen, ein Buch an der Sonne lesen oder etwas mit seinen Freundinnen und Freunden trinken kann. Dank des zentralen Stuhlbeins aus Metall können die Stühle um ihre eigene Achse drehen, um miteinander zu kommunizieren. Auf diese Weise werden auch die Berührungspunkte mit dem Boden reduziert.»
Die Gestalter:innen: Joaquim Barman, Alexandre Gutierrez und Émilie Schmutz
Bild
Betonplatte auf zerquetschtem Jaguar
Der Gestalter Boris Dennler:
«Da ein Teil der Stadt autofrei wird, macht es Sinn, dem Auto ein Denkmal zu setzen - ein schönes Auto, das von einer Betonplatte zerquetscht wurde. Abgesehen von der offensichtlichen Symbolik weckt dieser originelle Tisch die Neugier der Einwohnerinnen und Einwohner oder von Touristinnen und Touristen auf der Durchreise. Er passt gut zur Geschichte der Kunst in der Stadt, man denke insbesondere an Jean Tinguely. Er verbreitet einen höchst willkommenen und aussergewöhnlichen Hauch von künstlerischem Flair.
Der Tisch kann mit einem Abschleppwagen transportiert werden (...). Ein normaler Jaguar wiegt 1700 kg. Da dieser Jaguar keinen Motor mehr besitzt, jedoch eine Betonplatte trägt, ist das Gewicht in etwa das gleiche. Die Betonplatte wird direkt durch eine Armierung auf das Auto geschweisst. Die Aufhängung wird mit Stahlrohren versteift.
Das Nummernschild ist leicht schräg, um eine Art imaginären Unfall darzustellen, aber auch um den Regen abfliessen zu lassen.»
«Freiburg besteht aus der Ober- und der Unterstadt. Indem die Tafel in den Hang eingefügt wurde, schafft sie eine Verbindung zwischen den Einwohnerinnen und Einwohnern und stellt einen Bezug zur Stadt der Brücken her.»