V. Cojocaru (DAS · WAS), A. Coursin (DAS · WAS), S. Maillard (DAS · WAS), S. Peiry Folly (DAS · WAS), A. Perriard (DAS · WAS), C. Waeber (DAS · WAS), L. Wyss (DAS · WAS)
Question
Letzte Woche hat der Verein "Schule und Elternhaus der Stadt Freiburg und Umgebung" gemeinsam mit 161 Unterzeichnenden eine Petition eingereicht, die den Gemeinderat auffordert, in Zukunft Tests durchzuführen, die "ausreichende Deutschkenntnisse als Voraussetzung für die Einschulung in eine deutschsprachige Schule" bestimmen sollen. Dies ist aus unserer Sicht höchst problematisch:
- aus der Perspektive der (sprachlichen und allgemeinen) Entwicklung des Kindes, ein Prozess, der mit vier Jahren noch in vollem Gang ist (heutige Studien belegen, dass die sprachliche Entwicklung nicht isoliert zu betrachten ist, sondern Teil eines Ganzen darstellt – und dementsprechend kann es beispielsweise durchaus sein, dass diese sich mit dem schulischen Eintritt bedeutend verändert).
- aus einer sozialen Perspektive, die Inklusion und Chancengerechtigkeit als wichtige Voraussetzungen für sozialen Zusammenhalt betrachtet – dazu gehört aus unserer Sicht auch das in Frage stellen von weissen und deutschsprachigen Privilegien in einer zunehmend pluralistischen und mehrsprachigen Gesellschaft.
- aus einer institutionellen Perspektive, die inklusive Schule und Zweisprachigkeit fördern will.
Ebenfalls fragen wir uns, ob die vier deutschsprachigen Primarschulen in der Stadt bei einer Einführung von Sprachtests und damit vielleicht verbundener Verunsicherung bei den interessierten Eltern noch genügend Schüler·innen vereinen würden, um jährlich eine Klasse aufzumachen. Falls dem nicht so wäre, könnten die Schulen gemäss Artikel 50 des Schulgesetzes als solche voraussichtlich nicht mehr weiterbestehen.
Le sujet est bien connu dans les écoles. En effet, pour sensibiliser les parents aux enjeux d’une scolarisation en allemand, le Service de l’enseignement germanophone organise des séances d’information en collaboration avec la Ville avant l’inscription à l’école.
A la lumière de ces constats, nous souhaitons poser les questions suivantes au Conseil communal:
- Comment le Conseil communal se positionne-t-il face à cette pétition?
- Quelle stratégie vise-t-il pour promouvoir le bilinguisme dès le plus jeune âge et de manière continue?
- Quelles pistes envisage-t-il pour investiguer certains défis soulevés par les pétitionnaires, notamment la supposée charge supplémentaire pour les enseignants·es?
- Comment prévoit-il de tenir compte des connaissances actuelles en matière de développement linguistique et général précoce, d’une part, et de la reconnaissance active de notre société plurielle et post-migratoire, d’autre part qui, nous le savons, est indispensable pour atteindre le but d’une société inclusive et équitable?