Kulturtag 2026

Kulturpolitik und Wirtschaftsformen 

Nachdem in den Vorjahren die Themen öffentlicher Raum (2018), Nachhaltigkeit (2019), kulturelle Institutionen (2020), kulturelle Teilhabe der Bevölkerung (2023), der Künstlerberuf (2024) und die Kultur im urbanen Raum (2025) beleuchtet wurden, behandelt der Kulturtag 2026 die Trends, die der Senkung von Kulturbudgets der Gemeinwesen in der Schweiz und in Europa zugrunde liegen sowie deren Folgen für die Rolle der Kultur als Gemeingut einer Gesellschaft.

In Ländern mit hohem Einkommen konnte das kulturelle Angebot im schützenden Schatten des Staates aufblühen und gleichzeitig eine Form der Autonomie bewahren. Diese enge Verflechtung führt jedoch dazu, dass sich Schwankungen im Haushalt des Gemeinwesens direkt auf das kulturelle Angebot auswirken – wenn die öffentlichen Finanzen husten, erkrankt das gesamte Kultursystem. Krise folgt auf Krise und die Gegenmittel gleichen sich: Sanierungsprogramme und Streben nach Effizienz. Auch im kulturellen Umfeld gelten nun die Grundsätze des New Public Management, bei dem die Projektfinanzierung im Vordergrund steht.

Die Projektlogik, die eine Wahlverwandtschaft mit der New Economy aufweist, wird zu einer der bevorzugten Organisationsformen für den Wettbewerb zwischen Kulturunternehmer:innen im Ringen um finanzielle Unterstützung. In Erwartung einer Flexibilität, die sich allgemein durchsetzen wird, schwanken die Kulturschaffenden zwischen Verpflichtungszeiträumen und Phasen der Inaktivität und bekämpfen die Unsicherheit mit der Anhäufung von Engagements, der Pflege ihrer Netzwerke, aber auch mit der Vertiefung ihres Wissens über das Sozialversicherungssystem. Es stellt sich die Frage: Wie wirkt sich diese Unsicherheit auf die Reifung künstlerischer Ideen und die Gesundheit derjenigen aus, die entwickeln?

Die Modalitäten der Kunstproduktion scheinen jedoch ausserhalb der betroffenen Kreise kaum zu interessieren. In der öffentlichen Debatte geht diese Thematik in der unaufhörlichen Nachrichtenflut unter. Sollte die Kulturpolitik stärker politisiert werden? Sollte die Frage nach Kulturförderung lauter gestellt werden, bis sie zu einem unumgänglichen Thema wird? Sollte die künstlerische Vitalität einer Region als Kardinalindikator für ihre Dynamik begriffen werden?

In diese Themen bettet das Kulturamt der Stadt Freiburg den diesjährigen Kulturtag ein, der in Zusammenarbeit mit Forscher Mathias Rota erarbeitet wurde und in drei Teile unterteilt ist.

Zusammenfassung zum Kulturtag 2026.

Indikative Bibliographie zum Kulturtag 2026.

 

Tagesprogramm

Der gesamte Tag findet im L'Atelier (Liebfrauenplatz 16, 1700 Freiburg) statt.

Ab 13:30 UhrEmpfang der Gäste
13:45 UhrBegrüssung durch Laurent Dietrich, Direktor der Kulturamts der Stadt Freiburg, und Einführung in den Tag durch Juan Diaz, Leiter der Kulturamts der Stadt Freiburg
14:00 UhrDas Spannungsfeld der Kulturfinanzierung.
Fabrice Raffin, Soziologe, Dozent an der Université de Picardie Jules Verne
Olivier Moeschler, Soziologe, assoziierter Forscher an der Universität Lausanne und Verantwortlicher für den Bereich Kultur beim Bundesamt für Statistik
15:30 UhrPause
15:50 UhrLogik und Folgen der Projektkultur
Benoît Antille, assoziierter Professor und Forscher an der Schule für Gestaltung und Hochschule für Kunst Wallis
Carole Christe, Soziologin, Generalsekretärin der Compagnies Vaudoises und Forschungsbeauftragte an der Haute école de musique Vaud Valais Fribourg
17:00 UhrPause
17:20 UhrRunder Tisch: Erfahrungen aus dem kulturellen und politischen Bereich
Mathilde Crevoisier, Ständerätin und Mitglied der Kommissionen für Wissenschaft, Bildung und Kultur
Fred Guillaume, Regisseur und Präsident des Vereins BURO
Albane Dunand, Direktorin der Fondation romande pour la chanson et les musiques actuelles (FCMA)
Julie Marmet, Kuratorin und Produzentin, Produktionsbüro ARROI (entschuldigt)
18:30 UhrSchlusswort, im Anschluss Apéro