Ein historischer Anlass, der verbindet
Vom 15. bis 31. Mai 2026 stand Freiburg ganz im Zeichen des internationalen Eishockeys. Mit 30 Spielen, darunter zwei Viertelfinals, war die BCF Arena einer der beiden offiziellen Austragungsorte des Turniers. Mit 167’000 Zuschauerinnen und Zuschauern ging der Anlass weit über den sportlichen Rahmen hinaus. Dank der Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand, touristischen Akteurinnen und Akteuren, Wirtschaftspartnern und lokalen Institutionen wurde die 2026 IIHF WM zu einem wahrhaften kantonalen Projekt.
Der Verein Freiburg 2026 hat seine drei Ziele erreicht: zum Publikumserfolg des Turniers beitragen, Freiburg in der Schweiz und im Ausland bekannt machen und ein bleibendes Vermächtnis für die Region schaffen.
Finanzielle Kontrolle und ein innovatives Modell
Der Verein Freiburg 2026 war stark darauf bedacht, die Kosten im Griff zu behalten. Während das dem Grossen Rat im Jahr 2023 vorgelegte Budget 7,7 Millionen Franken betrug, konnten Aufwand und Ertrag um rund 2 Millionen auf 5,7 Millionen Franken reduziert werden.
Einige finanzielle Punkte, insbesondere im Zusammenhang mit der Infrastruktur, konnten noch nicht abgeschlossen werden. Der Verein rechnet jedoch damit, die Erfolgsrechnung mit einem leichten Gewinn abzuschliessen. Der definitive Rechnungsabschluss wird bis Ende 2026 erwartet.
Auch das in Freiburg entwickelte Modell der Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand, Sport und Wirtschaftspartnern hat sich bewährt und bildet eine wertvolle Erfahrung für die Zukunft.
Eine WM für alle
Eines der Hauptziele des Vereins Freiburg 2026 war es, der gesamten Bevölkerung die Teilnahme am internationalen Eishockey-Fest zu ermöglichen. So konnten 10’000 Freiburger Schülerinnen und Schüler für 6 Franken inklusive öffentlichem Verkehr ein Spiel besuchen. Im Stadtzentrum empfing der Fribourg Welcome Spot rund 10’000 Besuchende und rückte lokale Akteurinnen und Akteure, Innovationen sowie die vielfältigen Facetten des Kantons ins Rampenlicht. Die kostenlose Kunsteisbahn Mini BCF Arena, die sich insbesondere an Kinder und Familien richtete, tourte während zwei Jahren durch den ganzen Kanton und zählte über 25’000 Teilnehmende.
Ein sportliches, soziales und kulturelles Vermächtnis
Die 2026 IIHF WM ermöglichte die Umsetzung mehrerer Projekte, die langfristig bestehen bleiben. Dazu gehören der Bau einer neuen Garderobe in der BCF Arena sowie verschiedene kulturelle Initiativen, die den Frauensport sichtbar machen.
Eine Ausstellung im L’Atelier zählte innerhalb von drei Wochen 2’000 Besuchende. Acht soziale Institutionen wirkten bei der Gestaltung der Nationen-Totems in der Stadt Freiburg mit, und für die Schulen wurde ein pädagogisches Unterrichtsdossier entwickelt. Diese Projekte zeugen vom Willen, aus dem Turnier einen verbindenden Anlass zu machen, dessen Nutzen weit über den Sport hinausgeht.
Markante Impulse für die Logiernächte
In der Hotellerie sorgte die 2026 IIHF WM für einen deutlichen Aufschwung. Im Mai 2026 verzeichnete der Kanton 55’444 Hotellogiernächte (+13,4 % gegenüber Mai 2025), davon 21’458 im Saanebezirk (+33,8 %).
Die Herkunft der Gäste verdeutlicht den Einfluss des Anlasses: Die Zahl der Gäste aus Tschechien, der Slowakei und Slowenien stieg stark an. Auch die Parahotellerie zog mit: +28,5 % Logiernächte auf Airbnb und knapp 20 % mehr auf den Freiburger Campingplätzen.
Promotion mit grosser Reichweite
Der Freiburger Tourismusverband (FTV) und seine Partnerinnen und Partner führten zahlreiche Informations- und Promotionsmassnahmen durch – unter anderem mit dem Fan-Guide in zehn Sprachen, «Touristen-Engeln» in der Stadt sowie Kampagnen in sozialen Netzwerken, Newslettern und auf Drittplattformen, auch in Zusammenarbeit mit Schweiz Tourismus.
Dank der täglichen Präsenz im Media Center konnten sich die touristischen Akteurinnen und Akteure mit über 300 akkreditierten Journalistinnen und Journalisten austauschen. Organisierte Ausflüge nach Murten, Gruyères und Freiburg ermöglichten es zudem, die Vorzüge des Kantons zu entdecken. Diese Aktivitäten führten zu über 60 Artikeln und Sendungen, die potenziell mehr als 6,8 Millionen Personen erreichten – bei einem geschätzten Werbewert von über 500’000 Franken.
Der HotSpot: Freiburgs kulinarisches Schaufenster
Der HotSpot Le Gruyère AOP mitten in der Offiziellen Fan Zone war ein grosser Erfolg. Während der 15 Betriebstage wurden 5’900 Gerichte serviert, darunter 3’900 Fondues. Unter seiner eindrucksvollen Holzkonstruktion präsentierte er in geselliger Atmosphäre den Kanton, die Marke «Freiburg, Land der Werte», seine Traditionen und sein Kulturerbe.
Ein gestärktes touristisches Image
Eine qualitative Studie des Lehrstuhls für Marketing der Universität Freiburg im Auftrag des Vereins Freiburg 2026 bestätigt die positive Wirkung der 2026 IIHF WM auf das Image der Region.
Die Studie basiert auf 335 Fragebögen, die bei Besuchenden von ausserhalb des Kantons erhoben wurden. Sie hebt die Qualität des Empfangs, die Stimmung, die Organisation und die Sicherheit hervor. Das Turnier zog zudem ein internationales Publikum an, das ohne diesen Anlass wahrscheinlich nicht nach Freiburg gekommen wäre. Besonders erfreulich: Die meisten Gäste wollen die Region erneut besuchen und empfehlen sie weiter.
Verbesserungspotenzial besteht hingegen bei den Aufenthaltskosten, insbesondere für Unterkunft und Verpflegung.
Infrastruktur und Erfahrung für die Zukunft
Über die unmittelbaren Auswirkungen hinaus konnte Freiburg dank der 2026 IIHF WM wertvolle Erfahrungen in der Organisation internationaler Grossanlässe sammeln.
Eine Analyse des Sektors Stadtmarketing und Nachhaltige Entwicklung der Stadt Freiburg unterstreicht die Qualität des Empfangs, die entstandenen Kooperationen und die Innovation im Bereich der Governance. Sie zeigt zudem Herausforderungen in Bezug auf die Auswirkungen auf das Klima und die langfristige Wertschöpfung auf.
Die in den letzten Jahren getätigten Investitionen in die Sportinfrastruktur, insbesondere in die BCF Arena, stellen ein weiteres wichtiges Vermächtnis dar. Mit modernen Anlagen, die den internationalen Anforderungen entsprechen, stärkt Freiburg seine Glaubwürdigkeit bei Verbänden und Veranstaltenden. Zusammen mit dem bei diesem Anlass erworbenen Know-how ermöglichen diese Investitionen dem Kanton, sich als ernstzunehmender Kandidat für die Austragung weiterer nationaler und internationaler Sportanlässe zu positionieren.
Mit der 2026 IIHF WM hat Freiburg bewiesen, eine ganze Region hinter einem ambitionierten Projekt vereinen zu können. Ein gemeinsamer Erfolg, dessen Wirkung weit über das Turnier hinaus anhalten wird.