Freiburg unterstützt die Kreativität von 135 Künstlern

Mit einer zweiten Reihe von Sofortmassnahmen unterstützt die Stadt Freiburg über 135 professionelle und freischaffende Künstlerinnen und Künstler, und zwar über COVID-kompatible Projekte zur Wiederbelebung der Kulturszene. Zwei davon gibt es im öffentlichen Raum zu entdecken: Coronarte und Die (Un)bekannten. Die Situation der Kunstschaffenden ist weiterhin prekär, denn die Erholung des Kulturbereichs lässt auf sich warten.

Ende August gaben nur 18 % der im Rahmen einer Schweizer Studie befragten Personen an, dass sie bereit wären, eine kulturelle Veranstaltung zu besuchen. 42 % wollen erst 2021 wieder Kulturbesuche machen. Seit dem 16. März erfindet sich der sehr kreative und agile Kulturbereich, der es gewohnt ist, mit schwankenden Parametern umzugehen, immer wieder neu. Dabei müssen die Künstler und das Publikum im Zentrum der Überlegungen stehen und von den kulturellen Einrichtungen unterstützt werden. Die vergangenen sechs und die kommenden zwölf Monate belasten die Künstlerinnen und Künstler, die ohne Kunst nicht existieren.

Das Kulturamt der Stadt Freiburg führt unter den im Rahmen der Sofortmassnahmen unterstützten Künstlern und professionellen Kulturschaffenden eine Umfrage durch. Die ersten Ergebnisse sind deutlich: mehr als 50 % der unterstützten Künstlerinnen und Künstler sind nicht als Selbständigerwerbende anerkannt. Ihr Einkommen reicht oftmals nicht aus, um der beruflichen Altersvorsorge unterstellt zu sein, obwohl die Mehrheit von ihnen eine höhere Ausbildung hat. Diese Daten zeigen, dass die Stadt Freiburg mit der Verstärkung der direkten Unterstützung der Künstlerinnen und Künstler die richtige Entscheidung getroffen hat. Denn ohne sie gäbe es keine Kulturwirtschaft.

Aktueller Stand der fünf Sofortmassnahmen 

135 Künstler und zwei Projekte, die es diese Woche zu entdecken gibt
Mehr als 135 Künstlerinnen und Künstler – 91 davon in Freiburg wohnhaft – profitieren von den Massnahmen, welche die Stadt Freiburg in diesem Frühjahr ausgearbeitet hat. Das Budget: 250'000 Franken, wovon bereits 110'000 Franken an 65 Künstlerinnen und Künstler vergeben wurden (siehe Pressemitteilung vom 16. Juli). Für die zweite Reihe von Massnahmen werden 140’000 Franken an über 70 Künstlerinnen und Künstler vergeben.

Als konkrete Umsetzungen dieser Massnahmen gibt es diese Woche zwei COVID-freundliche Kunstprojekte im öffentlichen Raum zu entdecken: Coronarte (Massnahme 4) und Die (Un)bekannten (Massnahme 5) unterstreichen den grossen kulturellen Eifer der Stadt Freiburg.

Massnahme Nr. 1 – 13 zweimonatige Mini-Kunstresidenzen vor Ort
Zur Erinnerung: Jeder der 13 Künstler organisiert von November 2020 und Dezember 2021 im Rahmen der Residenzen mindestens eine Begegnung mit dem Publikum.

Massnahme Nr. 2 – Unterstützung bei der künstlerischen Suche
Insgesamt 32 professionelle Kulturschaffende erhalten 1500 Franken zur Unterstützung ihrer künstlerischen Suche; 11 Personen werden die Liste vom 16. Juli vervollständigen (siehe Liste im Anhang).

Massnahme Nr. 3 – Projektaufruf für die Schubertiade 2021
Die Jury liess sich von 14 künstlerischen Projekten begeistern, welche die Erwartungen in Bezug auf Originalität, Interdisziplinarität und Partizipation perfekt erfüllen. Ziel der Projekte ist es, die Codes der klassischen Musik zu brechen, um sie am 4. und 5. September 2021 möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Massnahme Nr. 3 betrifft über 60 professionelle Künstlerinnen und Künstler, davon 23 aus der Stadt Freiburg (Liste im Anhang). Auch der Sender RTS wird Ende Jahr 2020 einen entsprechenden Aufruf starten.

Massnahme Nr. 4 – Coronarte, 66 Werke, die bis zum 15. November öffentlich ausgestellt sind
Seit einigen Tagen entdeckt die Bevölkerung in der Stadt Freiburg Coronarte, ein kollektives visuelles Zeugnis dieser historischen Periode der Pandemie: 66 zeitgenössische Werke, die seit März 2020 geschaffen wurden, verschönern den öffentlichen Raum in Form von Plakaten. Dieses Projekt, das in Partnerschaft mit Visarte durchgeführt wird, unterstützt die Kreativität von 39 Künstlern, von denen 23 aus der Stadt Freiburg stammen. Die Werke können im Rahmen eines COVID-freundlichen Rundgangs durch die Stadt erlebt werden. Unter https://www.ville-fribourg.ch/de/kultur/coronarte finden Sie eine interaktive Karte der Ausstellung.

Massnahme Nr. 5 – Die (Un)Bekannten, eine Begegnung mit aussergewöhnlichen Frauen
Vom 26. September 2020 bis zum 7. Februar 2021 ermöglicht ein COVID-freundlicher Rundgang im Stadtzentrum der Bevölkerung, anhand von Fotos von Jacques Thévoz, Texten und Hinweisen berühmte Persönlichkeiten der Stadt Freiburg zu entdecken. Im Rahmen dieses Kulturvermittlungsprojekts der Bibliothèque/thek wird ausserdem im Garten des Bürgerspitals eine nicht abschliessende Liste von Freiburger Persönlichkeiten präsentiert. Informationen und eine Karte zum Herunterladen finden Sie auf www.ville-fribourg.ch/de/bibliothek/dieunbekannten, bei der Bibliothèque/thek der Stadt Freiburg oder bei Freiburg Tourismus. Das Projekt «Die (Un)Bekannten» wird am Tag der Zweisprachigkeit lanciert, an dem die Bibliothèque/thek von 9 bis 12 Uhr spezifische Animationen für Familien anbietet.

Zur Erinnerung: die fünf Sofortmassnahmen für die Kultur der Stadt Freiburg
Nach Absprache mit den Akteuren der Kulturszene hat die Stadt Freiburg beschlossen, 250'000 Franken zur Verfügung zu stellen, um über fünf Massnahmen professionelle und unabhängige Kunstschaffenden direkt zu unterstützen. Diese Massnahmen ergänzen somit die staatlichen Hilfen für professionelle kulturelle Strukturen, indem sie die Künstler individuell unterstützen. Sie integrieren sich nachhaltig in die Kulturlandschaft der Stadt, ohne Produktionsvorgaben und ohne Veranstaltungen, die mit den örtlichen kulturellen Akteuren konkurrieren. Die für ein Mandat ausgewählten Kandidaten werden bestehende Projekte stärken und diversifizieren.

Liste der 33 Künstlerinnen und Künstler der Stadt Freiburg, zusätzlich zu den am 16. Juli 2020 bekanntgegebenen Namen:

Massnahme Nr. 3 – Projektaufruf für die Schubertiade 2021
Stefan Aeby – Musiker, Fabien Boissieux – Kulturmanager, Julien Chavaillaz – Regisseur, Agnès Collaud und Jean-Michaël Taillebois – Architekten, Cyprien Corminboeuf – Lichttechniker, Maurizio Croci – Musiker, Benoît Gisler – Musiker und Komponist (auch für Massnahme Nr. 2), Annina Haug – Musikerin, Benedikt Hayoz – Musiker, Cyril Julien – Musiker, Florent Lattuga – Musiker, Yves Marchon – Kameramann, Antonello Messina – Maler und Musiker, Nicole Morel – Tänzerin, Manuel Oberholzer (Feldermelder) – Musiker, René Perler – Sänger, Pierre-Fabien Roubaty – Musiker, Luis Velasco-Pufleau – Musiker, Claude Schneider – Musiker, Grégory Sugnaux – visueller Künstler, Bernhard Zitz – Tontechniker

Massnahme Nr. 2 – Unterstützung bei der künstlerischen Suche
Miguel Béchet – visueller Künstler, Danilo Cagnazzo – Organisator, Caroline Demuth – Erzählerin und Musikerin, Mélanie Gobet – Tänzerin und Choreografin, Evgenia Grekova – Sängerin, Jean-Paul Guinnard – Fotograf, Christiane Haymoz – Sängerin und Interpretin, Annick Richard – Musikerin, Claudio Rugo – Musiker und Komponist, Grégory Sugnaux – visueller Künstler, Jonathan Zehnder – Musiker

In der Mitteilung vom 16. Juli wurden die 21 ersten Künstlerinnen und Künstler vorgestellt, die im Rahmen dieser Massnahme unterstützt werden.