Burgergemeinde

Die Burgergemeinde der Stadt Freiburg ist für die Verwaltung der verschiedenen Institutionen der Burgergemeinde zuständig.

Im Gegensatz zu anderen Burgergemeinden in der Schweiz ist die Burgergemeinde der Stadt Freiburg eine Verwaltungsabteilung (Dikasterium) der politischen Gemeinde. Sie besitzt zwar eine unabhängige Verwaltung, wird jedoch von einem Gemeinderat, dem Präsidenten der Kommissionen der Burgergemeinde, geleitet.

Der Gemeinderat genehmigt die Budgets und die Rechnungen sowie sämtliche Traktanden, die an der Burgerversammlung, dem obersten Organ der Burgergemeinde, vorgelegt werden. Wie im Gesetz über die Gemeinden vorgesehen, übernimmt der Stadtammann der Stadt Freiburg den Vorsitz der Burgerversammlung.

Die Burgergemeinde verwaltet unter anderem die Stipendiengesuche der Schulherrenkasse und der Stiftung C.-J. Moosbrugger, die Vermietung des Chalets Chnewis (Freiburger Voralpen) und die Vermietung von Zimmern an Studierende.

Stadt Freiburg
Burgergemeinde der Stadt Freiburg
Alpengasse 10
1700 Freiburg
026 351 78 04
bourgeoisie [at] ville-fr [.] ch

Institutionen der Burgergemeinde

Die Burgergemeinde verwaltet die folgenden Institutionen:

Die Stiftung des Bürgerspitals

Sie umfasst das Bürgerpflegeheim Les Bonnesfontaines, einen Landwirtschaftsbetrieb, Liegenschaften, Alpbetriebe, Wald und Rebberge. Das ehemalige Bürgerspital beherbergt einen Teil der Gemeindeverwaltung, die Stadtbibliothek und die Deutsche Bibliothek.

Die Frommen Stiftungen

Sie umfassen namentlich die Kapelle von Bürglen, deren Friedhof und Pfarrhaus sowie zwei Landwirtschaftsbetriebe.

Das Vermögen der Regie der Anteilhaber

Es setzt sich aus mehreren Landwirtschaftsbetrieben, Wald, Liegenschaften, Grundstücken und dreihundert Parzellen Familiengärten zusammen.

Die Stiftung des Waisenhauses

Sie hat während langer Zeit das Heim Les Bonnesfontaines verwaltet und umfasst ebenfalls einen Landwirtschaftsbetrieb, mehrere Liegenschaften, Alpbetrieb und Wald.

Die Schulherrenkasse

Die 1575 gegründete Schulherrenkasse ist eine der ältesten Stipendieneinrichtungen unseres Landes.

Die Stiftung C.-J. Moosbrugger

Sie unterstützt Englandaufenthalte von Jugendlichen, damit sie die Sprache Shakespeares lernen können.

Alp- und Landwirtschaftliche Betriebe
Alpbetriebe

Im Muscherental werden zwei Alpbetriebe für die Sömmerung und sechs Chalets in verschiedenen Höhenlagen bewirtschaftet. In der Alpkäserei Gantrischli können Sie köstliche Erzeugnisse, die von Juni bis September vor Ort hergestellt werden, kaufen oder degustieren.

Im Schwarzseetal stellt die Burgergemeinde zwei Alpbetriebe, zwei ganzjährig bewirtschaftete Bergbetriebe und zwei nicht landwirtschaftlich, sondern als Zweitwohnsitz genutzte Chalets zur Verfügung. In der herrlich gelegenen Buvette des Chalets de la Bourlaya können Sie bei einem Besuch der Region Ihren Durst löschen. 

Zugang zu den Alpwirschaften Gantrischli und Burlaya.pdf

Platz für Pfadfinderlager

Alpwirtschaft Gantrischli
Rudolf und Marlis Moser
Alpkäserei Gantrischli
1716 Schwarzsee
079 210 68 51

Alpwirtschaft Burlaya
Familie Gottfried Burri
Alp Burlaya
1716 Schwarzsee
079 531 65 03
www.facebook.com/Burlaya

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Fromagerie du Gantrischli

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Chalet-buvette de la Bourlaya

Landwirtschaftliche Betriebe

Die Burgergemeinde besitzt zudem vier Landwirtschaftsbetriebe im Flachland, darunter zwei in der Stadt Freiburg. Sie wurden grösstenteils im Laufe des 20. Jahrhunderts gekauft oder waren Schenkungen.

  • Landwirtschaflticher Betrieb Bertigny, Villars-sur-Glâne               36 ha
  • Landwirtschaftlicher Betrieb Les Muëses, Posieux                       57 ha
  • Landwirtschaftlicher Betrieb Les Rittes, Pierrafortscha                 8,6 ha
  • Landwirtschaftlicher Betrieb Windig, Freiburg                               7,8 ha
  • Landwirtschaftlicher Betrieb Menziswil, Düdingen                        42,2 ha
  • Landwirtschaftlicher Betrieb Friesenheit, Bösingen                       60 ha
  • Landwirtschaftlicher Betrieb Schmitten, Schmitten                        24,9 ha
  • Landwirtschaftlicher Betrieb Villars-les-Joncs, Freiburg                23,7 ha
Wälder

Der Waldbestand der Burgergemeinde erstreckt sich über rund zwanzig Gemeinden im Saane-, Sense- und Seebezirk und umfasst insgesamt rund 780 Hektaren.

Der vom Amt für Wald, Wild und Fischerei als "Betriebseinheit" anerkannte Wald besteht zu 52% aus Nadelbäumen und zu 48% aus Laubbäumen. Die Ortspläne erlauben das Fällen von ca. 6400 m3 Holz pro Jahr.

Sämtliche für den Unterhalt der Wälder notwendigen Infrastrukturen und Geräte sind im Forstzentrum La Corbaz (Gemeinde La Sonnaz) untergebracht. Das qualifizierte Personal sorgt aber auch für die Instandhaltung der Liegenschaften von Stiftungen und Institutionen der Burgergemeinde - eine abwechslungsreiche Arbeit, die unter anderem den Unterhalt des Friedhofs von Bürglen, den Bau von Alpwegen und von Wasserleitungen in den Voralpen umfasst.

In Zusammenarbeit mit verschiedenen Gemeindediensten ist das Forstwirtschaftsteam der Burgergemeinde besonders im Fall von Naturkatastrophen gefordert (Sturm "Lothar" im 1999, Überschwemmungen im 2007, Erdrutsche im Galterntal usw.). Die Wiederaufforstung, die Sanierung von Wegen, Zäunen und Erholungsgebieten, Ausbesserungsarbeiten an Abflüssen und Strassenübergängen, das Fällen von Bäumen, die Arbeiten im Zusammenhang mit Erdrutschen und der Sicherung von Gefahrenzonen sind Teil seines grossen Einsatzgebiets.

In La Corbaz wachsen auf einem botanischen Lehrpfad, der den Forstbetrieben des Kantons als didaktisches Werkzeug dient, rund achtzig einheimische Pflanzenarten.

Forstzentrum
Ch. du Bois de La Corbaz 6
1782 La Corbaz
026 475 50 19
079 206 56 20
pierre-henri [.] pauchard [at] ville-fr [.] ch

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Forstzentrum La Corbaz

Grundbesitz der Burgergemeinde

Die Burgergemeinde besitzt mehrere Gebäude. Neben den unten abgebildeten Gebäuden sind zu erwähnen:

Die Kapelle Bürglen

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Pfarrhaus

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Route de Bourguillon 13, 5,5-Zimmerwohnhaus

Burgerhaus

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Alpengasse 8
4 2-Zimmerwohnungen
2 3-Zimmerwohnungen
Alpengasse 10
2 2-Zimmerwohnungen
4 3-Zimmerwohnungen
Alpengasse 14
Weinkeller
Verkaufslager
1 2-Zimmerwohnung
3 4-Zimmerwohnungen
1 Atelier-Wohnung
(Wohnung von 92 m2 und Atelier von 98 m2)

Rue Saint-Pierre Canisius 13

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6-Zimmerwohnhaus

Rue de la Samaritaine

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Rue de la Samaritaine 9

Rue de la Samaritaine 9
2 1,5-Zimmerwohnungen
2 2,5-Zimmerwohnungen
2 3,5-Zimmerwohnungen
1 5,5-Zimmerwohnung
Rue de la Samaritaine 38

1 2-Zimmerwohnung
1 2,5-Zimmerwohnung
2 3-Zimmerwohnungen
1 3,5-Zimmerwohnung

 

Rue du Pont-Muré

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Pont-Muré 14
1 Geschäftslokal
1 1-Zimmerwohnung
3 2-Zimmerwohnungen
Pont-Muré 16
Restaurant du Gothard
2 3,5-Zimmerwohnungen
1 5,5-Zimmerwohnung
Pont-Muré 18
1 2,5-Zimmerwohnung
1 3,5-Zimmerwohnung
1 4,5-Zimmerwohnung

 

Kommissionen

Verschiedene Kommissionen kümmern sich um zahlreiche Aufgaben, die der Burgergemeinde obliegen:

  • Burgerrat 
  • Conseil des Bonnesfontaines
  • Rechnungsprüfungskommission
  • Schulherrenkasse
Geschichte

Die Geschichte der Burgergemeinde der Stadt Freiburg geht auf die Gründung der Stadt im Jahr 1157 zurück. Damals gewährte Herzog Berthold IV. von Zähringen seinen Einwohnern eine Reihe von Rechten, die 1249 durch die Handfeste bestätigten wurden. Der Burgerstatus war damals an die Fähigkeit, die Stadtmauern zu verteidigen (Militär- und Wachdienst) sowie den Besitz von Grund und Boden gebunden. Im Gegenzug kam der Burger in den Genuss der Besitztümer der Burgergemeinde (Wiesen, Wälder, Felder usw.), wurde im Burgerspital medizinisch versorgt und hatte im Bedarfsfall Anspruch auf Unterstützung.

Vor der Helvetischen Revolution im Jahr 1798 wurde die Burgergemeinde mit den Institutionen der Stadt verwechselt, die ihrerseits wieder mit jenen des Kantons Freiburg - ein Stadt-Staat - verschmolzen waren. 1799 schafft die Helvetische Republik die Einwohnergemeinde und unterscheidet zwischen dem von der politischen Gemeinde verwalteten Gemeindeeigentum und dem Eigentum der Burgergemeinde, deren Verwaltung der Regie der Anteilhaber (die ehemalige Burgergemeinde) oblag. Bei der Trennung der Besitztümer von Stadt und Staat im Jahr 1803 (Mediationsakte von Napoleon Bonaparte) behält die Burgergemeinde die administrative Kontrolle über die verschiedenen Einrichtungen der Burgergemeinde.