Dienst für Sozialhilfe

Da viele Dienstleistungen auch aus der Distanz erbracht werden können (per Telefon oder auf as [.] secretariat [at] ville-fr [.] ch (elektronischem Weg)), ist es ratsam, diese Lösung zu wählen, statt vor Ort zu erscheinen. 

Heute, Freitag, 17. September

Von 8.00 bis 11.30 Uhr und von 13.45 bis 16.00 Uhr geöffnet (Per Telefon: 08.00-11.30 und 14.00-16.00)
Samstag, 18. September: geschlossen

Der Dienst für Sozialhilfe umfasst drei Sektoren: Sozialarbeit, Sekretariat und Buchhaltung. Seine Hauptaufgaben sind:

  • Bearbeitung der Sozialhilfegesuche;
  • Vorbereitung und Weiterleitung der Sozialhilfegesuche an die Sozialkommission; 
  • Auszahlung der Finanzhilfe an die Bezügerinnen und Bezüger;
  • Umsetzung der sozialen Eingliederungsmassnahmen (MIS);
  • Gespräch, Beratung und persönliche Hilfe;
  • Inkasso der verschiedenen finanziellen Leistungen im Zusammenhang mit der Sozialhilfe (Staat, Sozial- und Privatversicherungen, Leistungen Dritter, individuelle Ausstände).
  • Ausstellung von Bescheinigungen, nicht von der Sozialhilfe abhängig zu sein, für ausländische Personen, die ihre Aufenthaltsbewilligung B oder C verlängern müssen. Die Bescheinigung wird am Schalter des Dienstes für Sozialhilfe kostenlos gegen Vorweisen des Schreibens des Amtes für Bevölkerung und Migration (BMA) und eines Identitätsausweises ausgestellt.

Was ist Sozialhilfe?

Die Sozialhilfe stellt den Unterhalt bedürftiger Personen sicher und gibt ihnen die Möglichkeit, am sozialen und aktiven Leben teilzunehmen (soziales Existenzminimum). Jede Bürgerin und jeder Bürger kann die Leistungen der Sozialhilfe in Anspruch nehmen, wenn alle anderen Ressourcen nicht rechtzeitig zur Verfügung stehen und/oder für das Existenzminimum nicht ausreichen (z.B. Versicherungen, Arbeitgeber, Arbeitslosengeld, Vermögen usw.). Dies setzt zudem voraus, dass auch die Angehörigen nicht mehr in der Lage sind, für eine ausreichende Unterstützung zu sorgen.   

Die Sozialhilfe verfolgt das Ziel, der in Schwierigkeiten befindlichen Person zu helfen, so rasch wie möglich ihre soziale und wirtschaftliche Eigenständigkeit wiederzuerlangen.  

Sozialhilfe beantragen

Um Sozialhilfe zu beantragen, muss die Person persönlich an der Rezeption des Dienstes für Sozialhilfe mit einem Identitätsausweis oder einer Aufenthaltsbewilligung (Ausländerinnen und Ausländer) vorstellig werden. Es werden Informationen über die persönliche und finanzielle Situation verlangt. Die Rezeption gibt dann ein Formular für den Sozialhilfeantrag sowie eine Liste mit den ersten benötigten Unterlagen ab. Anschliessend nimmt eine Sozialarbeiterin oder ein Sozialarbeiter Kontakt mit der Person auf. 

Für jedes Gespräch beim Dienst für Sozialhilfe ist zuvor ein Termin zu vereinbaren. Die Sozialhilfedossiers werden je nach Dringlichkeit so rasch wie möglich bearbeitet.  

Personen, die verheiratet sind beziehungsweise in eingetragener Partnerschaft oder im Konkubinat leben, müssen wann immer möglich gemeinsam mit ihrer Partnerin/ihrem Partner vorsprechen (gelegentliche Gespräche mit der Partnerin/dem Partner sind unerlässlich).

as [.] secretariat [at] ville-fr [.] ch (Dienst für Sozialhilfe)
Spitalgasse 2
1700 Freiburg
026 351 76 04

Öffnungszeiten
Reguläre Öffnungszeiten
Montag 8.00-11.30 Uhr, 13.45-16.00 Uhr Per Telefon: 08.00-11.30 und 14.00-16.00
Dienstag 8.00-11.30 Uhr, 13.45-16.00 Uhr Per Telefon: 08.00-11.30 und 14.00-16.00
Mittwoch 8.00-11.30 Uhr, 13.45-16.00 Uhr Per Telefon: 08.00-11.30 und 14.00-16.00
Donnerstag 8.00-11.30 Uhr, 13.45-16.00 Uhr Per Telefon: 08.00-11.30 und 14.00-16.00
Freitag 8.00-11.30 Uhr, 13.45-16.00 Uhr Per Telefon: 08.00-11.30 und 14.00-16.00
Samstag Geschlossen
Sonntag Geschlossen
01.11.2021 Geschlossen Allerheiligen
08.12.2021 Geschlossen Mariä Empfängnis
25.12.2021 Geschlossen Weihnachten
01.01.2022 Geschlossen Neujahr
Sozialhilfeempfängerinnen und -empfänger

Jede volljährige und in der Gemeinde Freiburg wohnhafte Person kann sich an den Dienst für Sozialhilfe wenden. Dazu ist eine Identitätskarte oder ein Aufenthaltsausweis (Ausländerinnen und Ausländer) vorzulegen.

Leistungen

Persönliche Hilfe: Sie besteht aus Gespräch, Beratung und Betreuung bei persönlichen, familiären, finanziellen und juristischen Fragen und Problemen. Die Person wird zudem auf spezialisierte Institutionen verwiesen, die ihr behilflich sein können. Die persönliche Hilfe ist kostenlos.  

Materielle Hilfe: Der Sozialdienst gewährt eine finanzielle Unterstützung zur Gewährleistung des Grundbedarfs (Unterhalt, Wohnung und Gesundheitskosten). Unser Dienst befolgt die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe SKOS und die kantonalen Vorschriften. Er wendet das Prinzip der Individualisierung an, das heisst, er erbringt Leistungen, die jeder besonderen Lage angepasst sind. Die Leistungen haben den Zielen der Sozialhilfe und den Bedürfnissen der Person zu entsprechen. Jeden Monat wird ein Budget erstellt, das alle anerkannten sozialen Ausgaben (gemäss den geltenden Vorschriften) und alle Einkünfte des Haushalts umfasst. Eine eventuelle Differenz wird durch die Sozialhilfe gedeckt. Schulden werden nicht berücksichtigt.

Soziale Eingliederungsmassnahmen (MIS)

Soziale Eingliederungsmassnahmen (MIS) des Kantons Freiburg ermöglichen der Bezügerin/dem Bezüger der materiellen Hilfe, ihre/seine Eigenständigkeit und soziale Eingliederung wiederzuerlangen oder zu entwickeln.

Die Stadt Freiburg hat mit der Stiftung Saint-Louis (FSL), welche eine anerkannte Organisatorin von Sozialen Eingliederungsmassnahmen (SEM) ist, eine Vereinbarung abgeschlossen. Über einen Sozialdienst haben die Sozialhilfebezügerinnen und -bezüger des ganzen Kantons Zugang zu dieser Massnahme. Die FSL führt zahlreiche gemeinnützige Tätigkeiten zu Gunsten der Stadt und ihrer Partner durch und fördert dabei die soziale und berufliche Eingliederung der Teilnehmenden.

Auskünfte und Unterlagen

Die Sozialarbeiterin/der Sozialarbeiter stellt der gesuchstellenden Person sehr persönliche Fragen, um ihre Verhältnisse umfassend verstehen und einschätzen zu können. Die gesuchstellende Person ist gehalten, wahrheitsgemäss und vollumfänglich Auskunft zu erteilen.   

Die gesuchstellende Person hat zahlreiche Dokumente vorzulegen, die ihre Verhältnisse bestätigen und gestatten, ihre Leistungsansprüche zu berechnen und die bezogenen Leistungen zu rechtfertigen.

Pflichten der Empfängerinnen und Empfänger

Eine gute Zusammenarbeit ist nur möglich, wenn die Person unverzüglich und wahrheitsgemäss alle benötigten Angaben (mit Unterlagen) über ihre finanziellen und persönlichen Verhältnisse macht. Weigert sich die Person, bei der Erhebung der Fakten mitzuarbeiten, kann das Gesuch nicht behandelt werden.

Die Sozialhilfe beziehende Person hat den Sozialhilfedienst spontan und unverzüglich über jede Veränderung zu informieren, die ihre finanziellen (Zahlung von Mitteln), persönlichen und familiären (Zusammensetzung des Haushalts, Zivilstand, Umzug usw.) Verhältnisse betrifft.

Bei unterlassenen oder falschen Auskünften wird der Dienst die Hilfe kürzen und/oder einstellen. Eine Strafanzeige und/oder die Rückerstattung der rechtsgrundlos erhaltenen Hilfe kann beschlossen werden.

Bei Gewährung von Finanzhilfe hat die Hilfe beziehende Person alles zu tun, um ihre finanzielle Unabhängigkeit wiederzuerlangen. Insbesondere hat sie jede passende Arbeit anzunehmen, an Beschäftigungsprogrammen oder sozialen Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen oder ihre Ansprüche auf Sozial- oder Privatversicherungsleistungen geltend zu machen. Im Sinn des Prinzips der Gegenleistung verlangt der Dienst von der Hilfe beziehenden Person, dass sie einen aktiven Beitrag zu ihrer beruflichen und sozialen Eingliederung leistet.

Das bezogene Geld ist zu dem vorgesehenen Zweck zu verwenden (z.B. Mietzinsen oder Versicherungen).

Um jedes Missverständnis in den Beziehungen zum Sozialhilfedienst auszuschliessen, unterzeichnet jede Sozialhilfe beziehende Person einen Auszug aus dem Sozialhilfegesetz, der die wichtigsten gesetzlichen Bestimmungen enthält, den Grundbedarf für den Lebensunterhalt (GBL) angibt und die Regeln der Zusammenarbeit mit der Arbeitslosenversicherung erklärt.

Rechte der Empfängerinnen und Empfänger

Die Mitarbeitenden des Sozialhilfediensts unterliegen der Schweigepflicht; alle persönlichen Angaben werden streng vertraulich behandelt.

Die gesuchstellende Person erhält einen schriftlichen Entscheid der Sozialkommission mit Angabe der Rechtswege. Wer mit einem Entscheid nicht einverstanden ist, kann gegen ihn Einsprache erheben.

Die Sozialhilfe beziehende Person ist weiterhin für ihre Angelegenheiten verantwortlich und hat selber alle Schritte zu unternehmen, die ihre Verhältnisse betreffen.

Auf vorheriges Gesuch kann jede Sozialhilfe beziehende Person ihr Sozialdossier einsehen.

Gewährung einer Finanzhilfe

Ist das Dossier für ein Sozialhilfegesuch vollständig, wird es der Direktion für eine vorläufige Hilfe unterbreitet und anschliessend der Sozialkommission vorgelegt. Die Kommission entscheidet anschliessend über Gewährung oder Nichtgewährung einer Finanzhilfe. Diese Hilfe kann zeitlich beschränkt und/oder an gewisse Bedingungen geknüpft sein. Sobald der Entscheid gefällt ist, erhält die gesuchstellende Person eine schriftliche Benachrichtigung mit Angabe der Beschwerdemöglichkeiten. Die Sozialkommission besteht aus neun Mitgliedern, die verschiedenen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Kreisen angehören.

Rückerstattung

Die Sozialhilfe ist eine Schuld. Die Sozialhilfeleistungen sind zurückzuerstatten, sobald sich die finanziellen Verhältnisse des/der Schuldner/in spürbar verbessert habe.  

Leistungen, die aufgrund falscher Angaben bezogen wurden, sind unverzüglich zurückzuerstatten.  

Die als Vorschuss auf Sozialversicherungsleistungen (Renten, Arbeitslosengeld usw.) oder auf andere Leistungen (Stipendien usw.) bezogene Sozialhilfe ist bei deren Eintreffen in Höhe des vorgeschossenen Betrags zurückzuerstatten. In den meisten Fällen verlangen wir, zuvor eine Erklärung zur Abtretung dieser Leistungen an den Sozialhilfedienst zu unterzeichnen.

Ist die gesuchstellende Person eine ausländische Staatsangehörige oder ein ausländischer Staatsangehöriger, so ist der Sozialdienst von Gesetzes wegen verpflichtet, dem Amt für Bevölkerung und Migration (BMA) das Ausmass der Verschuldung dieser Person zu melden.

Zweifel oder Meinungsverschiedenheiten

Bei Zweifeln oder Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich der Bearbeitung ihres Dossiers lädt der Dienst die Person ein, ein klärendes Gespräch mit ihrer Sozialarbeiter/ihrem Sozialarbeiter zu führen. Im direkten Gespräch lassen sich viele Schwierigkeiten aus dem Weg räumen. Es besteht auch die Möglichkeit, sich schriftlich an die Direktion des Sozialhilfedienstes zu wenden.   

Unser Dienst akzeptiert weder physische noch verbale Gewalt oder Gewaltandrohungen. In solchen Fällen wird die Polizei avisiert.