Neugestaltung des Burgquartiers

Die Perimeter der Neugestaltung des Burgquartiers

Die Neugestaltung des Burgquartiers erfolgt in 3 Etappen:

  • Die 1. Etappe besteht in der Neugestaltung der Umgebung der Kathedrale, des Ulmenplatzes, der Sanierung der Treppen der Zähringerbrücke und der Verlegung der Parkplätze an die Bürglenstrasse.
  • Die 2. Etappe umfasst den Liebfrauenplatz, den Bereich rund um die gleichnamige Basilika und das Niki de Saint-Phalle-Museum, die Steinbrückengasse, den Nova-Friburgo-Platz, den Place du Petit-Paradis und die untere Alpengasse.
    Diese Etappe sieht ausserdem den Bau einer neuen Parkinfrastruktur - der Parkplatz du Petit-Paradis - an der Kreuzung der Alpengasse und der Alpenstrasse vor.
  • Die 3. Etappe beinhaltet einerseits die Neugestaltung der Reichengasse, des Rathausplatzes, der Rue Pierre-Aeby, des Fischmarkts und der Murtengasse und andererseits die Neugestaltung der Zähringbrücke, insbesondere um die Verknüpfung dieser beiden Sektoren zu verbessern und deren touristische Attraktivität zu erhöhen.

Projektwahl

Nachdem die gesetzliche Grundlage in Form des Richtplans für die historische Altstadt (PDVH) im März 2014 geschaffen wurde, hat der Gemeinderat der Stadt Freiburg im März 2015 den Gestaltungswettbewerb lanciert, um dieses Leitbild umzusetzen.

Mit dem Ziel, das bestmögliche Projekt zu erhalten und die Neugestaltung innerhalb einer kurzen Frist einzuleiten, hat sich der Gemeinderat für die Durchführung von offenen Wettbewerben entschieden, und zwar für:

  • einen Projektwettbewerb für den Sektor der Kathedrale und der Zähringerbrücke;
  • einen Ideenwettbewerb für die Sektoren Reichengasse, Ulmenplatz, Liebfrauenplatz, Rathaus, Nova Friburgo, Petit-Paradis, Rue Pierre-Aeby, Fischmarkt, Murtengasse sowie für die Verbindung zwischen dem Burg- und dem Auquartier mit dem Ziel einer globalen und kohärenten Vision.

Mit der Durchführung eines offenen Wettbewerbs gemäss der Ordnung SIA 142 wurde sichergestellt, dass qualitativ hochstehende Vorschläge eingereicht wurden, sowohl was die Gestaltung der öffentlichen Räume wie die Entwicklung von Ersatzparkplätzen betrifft. Das Vorgehen war massgebend, damit das Amt für Kulturgüter und das Bundesamt für Kultur auf die Möglichkeit eintreten, im äusserst sensiblen Kontext des Burgquartiers unterirdisch zu bauen (was im Prinzip in diesem geschützten Perimeter von nationaler Bedeutung untersagt ist).

Die Zielsetzungen des von der Stadt Freiburg organisierten Wettbewerbs stimmte in allen Bereichen mit jener des PDVH überein.

Im Rahmen des Wettbewerbs wurden 27 Dossiers eingereicht und durch eine Jury beurteilt, die sich unter anderem aus Fachleuten, Experten für das Kulturerbe und historische Stätten, Vertretern der lokalen Interessengruppen, Fachberatern und Vertretern aus der Politik zusammensetzte.

Nach reiflicher Überlegung entschied sich die Jury einstimmig für das in Zusammenarbeit mit der Lichtdesignerin Susanna Antico entwickelte Projekt des Architekturbüros Studio Montagnini Fusaro.

Der Gemeinderat beschloss auf der Grundlage der vielen im Siegerprojekt nachgewiesenen Qualitäten, der Empfehlung der Jury zu folgen und dem Architekturbüro den Auftrag zu erteilen, die Studien sowohl im Rahmen des Projektwettbewerbs als auch des Ideenwettbewerbs fortzusetzen.

Der Jurybericht fasst die Ziele und das Programm des Wettbewerbs zusammen und stellt die Projekte und das Urteil der Jury vor. 

Bild

Place Sainte-Catherine - Architekt: Studio Montagnini Fusaro

Leitbild des Projekts

Das Leitbild der Neugestaltung des Burgquartiers ist eine diskrete Inszenierung, in dessen Rahmen die inkohärenten Elemente entfernt werden sollen, um eine neue Einheit zu schaffen und die ursprüngliche Qualität der öffentlichen Räume des historischen Zentrums des Burgquartiers wiederherzustellen. Das Projekt hält am spezifischen Charakter der einzelnen Orte, ihrer Einzigartigkeit und ihrer Geschichte fest, wertet diese jedoch auf, indem alle öffentlichen Räume einheitlich und kohärent gestaltet werden, um sie erneut in den Lebensmittelpunkt der Einwohnerinnen und Einwohner zu rücken. Die Räume werden zu Orten der Erholung und der Begegnung. Die Orte entwickeln sich dank der wiedergewonnenen Identität zu Orientierungspunkten und werden zu einladenden und offenen Orten der sozialen Integration, welche Begegnungen und den Austausch fördern sollen. Zu diesem Zweck wird der motorisierte Verkehr eingeschränkt und ein grosser Teil des öffentlichen Raums für die Fussgänger und den Langsamverkehr freigegeben.

Die Schaffung eines einheitlichen Raums ohne eindeutige Unterscheidung zwischen Fussgängerzonen, Trottoirs und Fahrbahn hat dazu geführt, dass die Wahl auf eine durchgehende Pflasterung zwischen den Hausfassaden gefallen ist. Die Asphaltbeläge, einschließlich der Fahrbahn, werden durch ein durchgehendes Pflaster aus Flysch-Kalksandstein ersetzt. Zugunsten einer hohen Rutschfestigkeit und um die Fortbewegung von Menschen mit eingeschränkter Mobilität zu erleichtern, werden die Pflastersteine ganzflächig gesägt und geflammt.

Der Verkehrsraum harmoniert mit dem öffentlichen Raum und die für den Freiburger Sandstein typische Farbtextur wird zu einem wichtigen Element des neu gestalteten Raumes. Das in der Ausführung kostengünstige Projekt fördert ein neues Bild des Ortes.

Eine Studie zur öffentlichen Beleuchtung rundet das Projekt ab. Damit soll ein attraktiver und angenehmer nächtlicher Stadtraum für die Bewohner und Besucher geschaffen werden. Dank einer klaren und einfachen Orientierung am Abend und in der Nacht können Spaziergänger das nächtliche Ambiente der Stadt in aller Sicherheit geniessen.

Bild

Place Sainte-Catherine (Illustration) - Architekt: Studio Montagnini Fusaro

Etappe 1

Etappe 1 umfasst die Neugestaltung rund um die Kathedrale, die Sanierung der Treppen der Zähringerbrücke und die Verlegung der Parkplätze an die Bürglenstrasse.

Die Kathedrale ist der wichtigste Bezugspunkt der Altstadt. Das Neugestaltungsprojekt soll daher ihre Umgebung aufwerten und die angrenzenden öffentlichen Räume angenehm und attraktiv gestalten. Die Zeichnung der Pflasterung hebt den Vorplatz der Kathedrale hervor und gestaltet diesen von der Rue de Saint-Nicolas und der Hochzeitergasse aus betrachtet ansprechender.

Um die Belebung des Ortes zu fördern, will die Stadt das Alte Zollhaus aufwerten. Derzeit finden Gespräche mit dem Kanton Freiburg über eine neue öffentliche Nutzung auf der Seite des Place Sainte-Catherine statt. Es ist geplant, die Arkaden des Zollhauses zu öffnen, um den Bezug zum äusseren Raum zu verstärken, damit der Ort stärker frequentiert wird. Entlang der Metzgergasse wird ein Teil des Platzes verändert, um Raum für die Terrassen der angrenzenden Restaurants in der Fussgängerzone zu schaffen.

Etappe 2

Nachdem der Liebfrauenplatz von den Parkplätzen befreit worden ist, kann dieser neu gestaltet werden. Die rechteckige Form des Raums wird durch die Gebäudefassaden sowie durch die neue Baumbepflanzung auf dem Ulmenplatz klar definiert. Die neue Reihe mit sechs Bäumen vor dem Grenette-Gebäude wird die Terrassen und die Bänke beschatten und die geometrische Form des Platzes verstärken. Der 1957 versetzte Samson-Brunnen wird an seinen ursprünglichen Standort zurückkehren.

Die bestehende Zufahrt zum Grenette-Parkplatz wird beibehalten. Dies bedeutet, dass der Durchgangsverkehr auf dem Platz aufrechterhalten wird. Die Verkehrsführung soll jedoch möglichst diskret erfolgen und es sind zwei Räume mit einer unterschiedlichen Nutzung geplant: Auf der Kirchenseite wird künftig auf einer grossen Fläche Platz für öffentliche Veranstaltungen geschaffen. Auf der Seite der Kantonalbank wird die Zone durch die Terrasse des Restaurants belebt und durch den Samson-Brunnen aufgewertet.

Bild

Liebfrauenplatz (Illustration) - Architekt: Studio Montagnini Fusaro

Die Aufwertung der Rue du Pont-Muré ist Teil einer globalen Vision, die den angrenzenden Ulmenplatz sowie den Nova-Friburgo-Platz und den Liebfrauenplatz, die sie verbindet, umfasst. Es ist geplant, die Verkehrsspuren auf der Strasse einzuschränken. Durch die Verengung der Fahrspur kann das Trottoir auf der Seite des Restaurants du Gothard verbreitert werden, ohne die Funktion der Rue du Pont-Muré als Schnittstelle für den öffentlichen Verkehr zu beeinträchtigen.

Der Nova-Friburgo-Platz vermittelt heute ein Bild eines uneinheitlichen und zerstückelten Durchgangsortes. Damit dieser Ort wieder zu einem richtigen "Platz" wird, schlägt das Projekt eine einheitliche Bearbeitung des Bodens mit einer Pflasterung aus Flyschsandstein vor. Der in Richtung Süden stark abfallende Platz wird vor dem Café du Rendez-vous in einen Sockel umgeformt. Dieser wertet die Fassade des Gebäudes im Norden auf und ermöglicht einen effektiveren Dialog mit der Dachterrasse des Gebäudes Les Arcades und mit dem gegenüberliegenden Rathaus. Auf dem Sockel sollen die Terrasse des Cafés, niedrige Bepflanzungen sowie auf dem tiefergelegenen Teil eine langgezogene Sitzfläche für die Fussgängerinnen und Fussgänger Platz finden.

Der Place du Petit-Paradis wird von den Parkplätzen befreit und dem Fussgängerverkehr übergeben. Der bestehende Brunnen wird damit wieder zum Mittelpunkt und die ihn umgebenden Bänke werden restauriert, so dass die Einwohnerinnen und Einwohner vom einladenden Charakter des Ortes profitieren können. Es wird eine neue Baumreihe parallel zur alten Treppe, die zur Rue de la Tête-Noire führt, gepflanzt, die auch den nördlichen Teil des Platzes einsäumen wird. Die neu gepflanzten Bäume werden von Rundbänken umgeben.

Die Einfahrt des künftigen Parkings du Petit-Paradis ist auf dem privaten Grundstück an der Kreuzung der Rue du Tilleul und der Alpenstrasse im südlichen Teil des Place du Petit-Paradis vorgesehen. Der öffentliche Raum des Place du Petit-Paradis wird sich bis auf die Dachterrasse (mit einem kleinen Park) der künftigen Einfahrt des Parkings erstrecken. Die Grünfläche wird als Aussichtspunkt mit einem herrlichen Blick auf das Burg-Quartier und die Kathedrale St. Nikolaus dienen.

Der ausgewählte Vorschlag für die Erarbeitung einer Studie zum neuen Parking stützt sich auf die Bedingungen, die mit dem Amt für Kulturgüter und den mit dem Projekt beauftragten Ingenieuren festgelegt wurden. Der für den Bau des Parkings vorgeschlagene Sektor ist nicht zuletzt deshalb besonders günstig, weil es sich um eine mit Auffüllmaterial aufgeschüttete Zone handelt. Dennoch ist die Frage der Umgestaltung in die Studie zu dieser Infrastruktur einzubeziehen, diese könnte langfristig auch anderen Zwecken als dem Parkieren dienen. Es ist sicherzustellen, dass die Struktur des Bauwerks eine neue Nutzung des Parkings ermöglicht.

Umbau des Gebäudes der Arkaden

Das Gebäude der Arkaden ist ein symbolträchtiges historisches Gebäude aus dem Jahr 1688, das der Stadt Freiburg gehört. Aufgrund seiner geordneten Geometrie bildet das Gebäude eine klassische Komposition mit dem von Bäumen gesäumten Peristyl des Ulmenplatzes, der mittelfristig neu gestaltet wird.

Im Erdgeschoss ist eine Erweiterung des Cafés geplant, bei der die beiden Räume der bestehenden Küche integriert werden und ein Mehrzweckraum für Ausstellungen oder andere Veranstaltungen geschaffen wird. Im ersten Stockwerk werden die neue Profiküche und die sanitären Anlagen für das Café im Erdgeschoss und die Bar im Bletz-Pavillon eingebaut.

Das Projekt sieht eine Umgestaltung der Räume unter Wahrung der bestehenden Bausubstanz dieses denkmalgeschützten Gebäudes vor, um das Bild des jahrhundertealten beliebten Cafés nicht zu verfälschen. Die bauliche Sanierung des Gebäudes ist notwendig, um den Zugang zur Dachterrasse des Arkadengebäudes (Bletz) zu gewährleisten, die derzeit aufgrund statischer Probleme im Zusammenhang mit der Tragfähigkeit der Dachplatte im Rahmen von Massenveranstaltungen nur beschränkt zugänglich ist. Der Betrieb des Bletz-Pavillons ist in Verbindung mit der oben genannten Terrasse geplant und bildet damit ein Pendant zur Terrasse des Cafés der Arkaden, dessen Standort auf dem neu gestalteten Ulmenplatz ohne Parkplätze geplant ist.

 

Bild

Umbau des Café des Arcades (Illustration) - Architekt: Studio Montagnini Fusaro

Fortschritt und Zeitplan

Fortschritt

Gewährung des Studienkredits Etappe 1
11. Oktober 2016
öffentliche Auflage Etappe 1
Ulmenplatz: 22. September 2017
Bereich um die Kathedrale: 17. November 2017
Gewährung des Studienkredits Etappe 2
29. Oktober 2018

Zeitplan und weitere Finanzierungsetappen

Der voraussichtliche Zeitplan für die Studien und die Realisierung des Projekts für die Aufwertung des Burgquartiers sieht wie folgt aus:

März 2021
Mitteilung betreffend Objektkredit Etappe 1
2022
Mitteilung betreffend Objektkredit Etappe 2

(unter Vorbehalt politischer Entscheide der zuständigen Behörden und der der rechtlichen und reglementarischen Verfahren, gegen die Einsprache erhoben werden kann)